Das Problem mit Kleve: Jeder kennt jeden
Lass uns mal Tacheles reden. Fremdgehen in Kleve ist was für Leute, die mitdenken. Die Stadt ist im Grunde ein Dorf mit schöner Aussicht auf die Schwanenburg. Aber die Burg hilft dir nicht, wenn der Schwager von deiner Frau dich an der Ecke Hoffmannallee sieht. Das Problem ist nicht die Größe der Stadt, sondern die Mentalität. Man kennt sich. Man grüßt sich. Und man merkt sich, wessen Auto wo steht. Wenn deine Kiste also plötzlich abends in einer Straße in Materborn parkt, wo du niemanden kennst, dann fangen die Zahnräder in den Köpfen der Nachbarn an zu rattern. Das ist Fakt. Du bist hier nicht in Köln oder Düsseldorf, wo du in der Masse untergehst. In Kleve bist du auf dem Präsentierteller, ob du willst oder nicht.
Die Einbahnstraßen in der City sind die reinste Hölle, aber das ist dein kleinstes Problem. Dein größtes Problem ist die soziale Kontrolle. Die neugierige Nachbarin, der Kollege, der zufällig denselben Weg fährt, die Tante, die gerade vom Einkaufen kommt. Du musst immer einen Schritt voraus sein. Wer das unterschätzt, hat schon verloren, bevor es überhaupt losgeht. Dein Vorhaben braucht mehr Planung als ein einfacher Einkauf im EOC.
Die Kunst des Parkens: Wo deine Kiste sicher steht
Das A und O für ein diskretes Treffen ist dein Auto. Nicht das Treffen selbst, sondern wo du deine Karre lässt. Parkst du falsch, ist alles vorbei. Hier sind klare Ansagen, kein Gedöns:
Die guten Ecken:
Das Parkhaus vom EOC (Einkaufszentrum) ist eine ordentliche Option. Da fahren hunderte Autos rein und raus. Niemand achtet darauf, ob eine Kiste da mal zwei, drei Stunden länger steht. Du stellst den Wagen ab, läufst unauffällig raus und gehst zu Fuß zu deinem Treffen in der Unterstadt. Das sind fünf Minuten, die dir den Arsch retten können. Eine andere Möglichkeit ist der Parkplatz am Spoykanal. Da stehen oft Angler, Touristen, alles Mögliche. Da fällt ein einzelnes Auto weniger auf. Aber Achtung: Abends ist es dort oft leer, dann fällst du wieder auf.
Eine weitere Taktik ist, in einem Wohngebiet zu parken, das weit weg von deinem Ziel ist. Such dir eine Straße in Kellen oder Rindern, wo du niemanden kennst und niemand dich kennt. Stell die Karre ab und lass dich abholen oder nimm ein Taxi für das letzte Stück. Klingt aufwendig, ist aber die sicherste Nummer.
Die absoluten No-Gos:
Parke niemals, wirklich niemals, direkt in der Innenstadt, wenn du was vorhast. Die Herzogstraße, der Fischmarkt, die Große Straße – vergiss es. Das ist, als würdest du ein Schild auf dein Dach stellen mit der Aufschrift: „Ich gehe jetzt fremd“. Jeder, der da vorbeikommt, kennt dein Auto. Genauso schlimm: Direkt vor einer bekannten Bar oder einem Hotel parken. Das ist einfach nur dumm, da gibt’s keine andere Bezeichnung für.
Orte für dein Treffen: Raus aus der Schusslinie
Wenn du den Parkplatz geklärt hast, kommt die nächste Hürde: der Ort des Treffens. Auch hier gilt: Denk nach, bevor du handelst.
Innerhalb von Kleve:
Wenn es unbedingt in Kleve sein muss, dann meide die Oberstadt wie die Pest. Zu schick, zu viele Leute, die gucken. Die Unterstadt ist da schon besser. Da ist mehr Bewegung, mehr Anonymität. Aber auch hier gibt es Augen und Ohren. Die beste Zeit ist unter der Woche, am späten Nachmittag. Da ist alles geschäftig und du fällst weniger auf. Am Wochenende, vor allem wenn irgendwo Schützenfest ist, kannst du die ganze Aktion vergessen. Da ist jeder unterwegs.
Der beste Plan: Raus aus der Stadt
Die ehrlichste und sicherste Methode für Fremdgehen Kleve ist, gar nicht erst in Kleve zu bleiben. Setz dich in deine Kiste und fahr. Die B9 ist dein Freund. Richtung Goch oder noch besser, Richtung Emmerich. In einer anderen Stadt kennt dich keine Sau. Da kannst du in eine Bar gehen, ohne dass am Nebentisch der Cousin deiner Frau sitzt. Such dir eine unauffällige Bude, wo hauptsächlich LKW-Fahrer oder Monteure absteigen. Kein Schickimicki-Hotel, sondern was Zweckmäßiges. Ein gutes Beispiel für so eine Anlaufstelle, die einfach nur ihren Job macht, ist das Hotel-Restaurant Wanders in Emmerich. Da geht es um ein Bett und Ruhe, nicht um Sehen und Gesehenwerden.
Hotels und Buden: Nur mit Abstand
Ich kann es nicht oft genug sagen: Buche niemals ein Zimmer in Kleve. Niemals. Selbst wenn du denkst, es ist diskret – irgendwer arbeitet da, der jemanden kennt, der dich kennt. Das Risiko ist viel zu hoch. Dein Aktionsradius sollte mindestens 15 bis 20 Kilometer außerhalb der Stadtgrenzen liegen. Goch, Kevelaer, Emmerich, Rees – das sind deine Ziele. Such dir online was Kleines, Unauffälliges. Eine Pension oder ein kleines Hotel an einer Landstraße. Am besten zahlst du bar. Kein Papierkram, keine Kreditkartenabrechnung, die Fragen aufwirft. Zackig einchecken, Ding erledigen, zackig wieder weg. So läuft das.
Die goldene Regel: Holland ist dein bester Freund
Wenn du es wirklich ernst meinst mit der Diskretion, dann gibt es nur eine Antwort: Fahr über die Grenze. Holland ist nur einen Steinwurf entfernt und eine komplett andere Welt. Sobald du bei Wyler über die Grenze bist, kräht kein Hahn mehr nach dir. Das deutsche Handy-Netz ist weg, die deutschen Autokennzeichen mischen sich mit den gelben und niemand interessiert sich für dich. Nijmegen ist nah, aber schon fast zu groß. Besser sind die kleinen Orte direkt hinter der Grenze. Gennep zum Beispiel. Da kannst du machen, was du willst. Die Leute haben andere Sorgen.
Die Fahrt dorthin ist einfach. Über die B9 Richtung Nütterden, dann Kranenburg und rüber. Oder du nimmst die Route durchs Reichswalde. Der Punkt ist: Du schaffst eine räumliche Trennung. Das ist nicht nur sicherer, das macht auch den Kopf frei. Du musst nicht bei jedem Auto, das vorbeifährt, zusammenzucken. Du kannst dich auf die Sache konzentrieren. Und wenn du zurückkommst, bist du einfach nur „kurz in Holland zum Tanken“ gewesen. Eine Ausrede, die hier jeder glaubt.
Klare Kommunikation: Kein langes Gerede
Egal, wo du dich triffst: Mach klare Ansagen. Das hier ist kein Kaffeeklatsch. Sag, was du willst, und hör zu, was die andere Person will. Kein langes Rumgeeiere. Das führt nur zu Missverständnissen und im schlimmsten Fall zu Gerede. Treffen, Spaß haben, getrennte Wege gehen. Nutze für die Absprachen nicht dein normales Handy. Hol dir eine Prepaid-Karte, die du danach wegwirfst. Kommunikation ist der Schlüssel, aber die falsche Kommunikation ist dein Untergang. Sei direkt, sei ehrlich, sei diskret. Das ist der einzige Weg, wie die Sache hier im Kreis Kleve läuft, ohne dass du am Ende der Depp bist.







